Golmod
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Zur Forschungsgeschichte der Archäologie der Xiongnu im 20. Jh.

Der russische Gelehrte und Anthropologe Ju. D. Tal’ko Gryncevič bereitete den Weg für weitere Forschungen. Als erster untersuchte er zwischen 1896 und 1902 Gräber der Xiongnu. Seitdem neigen die Archäologen dazu, den Studien an Grabstätten den Vorzug zu geben, ohne Zweifel wegen der Ausstattungen, die diese liefern. In den Jahren 1924/1925 brachte die mongolisch-tibetische Expedition des Kapitäns P. K. Kozlov in die nördliche Mongolei wichtige Funde hervor, als man zwölf Kurgane der Nekropole Noin Ula ausgrub. Einige von diesen sind als Fürstengräber anzusehen. So wurden im Kurgan Nr. 6 eine Vielzahl reicher Funde gemacht, z. B. Seidenstoffe und Lackarbeiten der Han, darunter eine Schale, die wir genau datieren können. Diese Schale erlaubt die Annahme, dass es sich bei dem Bestatteten um den Shanyü Wuzhuliuoruodi handelt, der im Jahr 13 n. Chr. gestorben ist. Nach einer dreißigjährigen Unterbrechung wurden die Untersuchungen unter Leitung der Archäologen Ch. Perlee und Ts. Doržsüren wieder aufgenommen.

Perlee erforschte 1952 und 1956 vier Fundplätze der Xiongnu im Cherlen-Becken, Doržsüren konzentrierte sich 1954-1955 vor allem auf Noin Ula und 1956-1957 auf Gol Mod. In Noin Ula grub er ein Prunkgrab mit vier Sekundärbestattungen und rund zehn Opfergruben aus. Während der zweiten Kampagne entdeckte er eine Gruppe von 72 bis dahin unbekannten Gräbern. Seit 2006 setzt ein russisch-mongolisches Team unter der Leitung von N. Polosmak die Grabungen in Noin Ula fort.

In Gol Mod, in der Provinz Archangaj, öffnete Doržsüren sechsundzwanzig Gräber, entschloss sich aber dann, diesen Fundplatz aufzugeben. Ab 1961 erforschte er die Fundstelle Tachijlt in der Provinz Chovd. In den folgenden Jahrzehnten begann man zahlreiche neue Ausgrabungen. Ab 1974 arbeitete Perlee in Durlig Naars in der Provinz Chentij, während sich die russischen Archäologen zur gleichen Zeit um Ivolga in Burjatien kümmerten. Unter der Leitung von A. Davydova wurden dort 216 Gräber ausgegraben. Dann begann S. Minjaev die Untersuchung der Grabinventare von Dyrestuy und Caram. Gleichzeitig legten die chinesischen Forscher Tian Guangjin und Guo Suxin wichtige Xiongnufundplätze auf dem Ordos-Plateau frei. Zu Beginn der neunziger Jahre untersuchte eine mongolisch-japanische Expedition unter der Leitung von Prof. D. Tseveendorj und Prof. S. Kato die Xiongnufunde aus der Provinz Chentij. Ab 1996 führte die Mission archéologique française eine Rettungsgrabung am Fundplatz Egijn Gol in der Provinz Bulgan durch, wo sie rund einhundert Gräber der Nekropole untersuchte. Seit 2000 arbeitet sie an der Erforschung der Nekropole von Gol Mod.


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