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Wer waren die Xiongnu?



Paysage de l’Arkhangaï



Ein grandioser Horizont….

Als Mitglied einer großen Familie nomadisierender Hirten treten sie am Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. in den Gesichtskreis der Geschichte. Sie dominieren die Steppen Zentralasiens bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. Als Reiternomaden gründeten sie ein Reich, bedrohten wiederholt China, und ihr schrecklicher Ruf der Macht verbreitete sich bis nach Europa, wie möglicherweise der Name „Hunne“ widerspiegelt.

Für etwas weniger als ein halbes Jahrtausend regierten sie über die Steppen von Burjatien bis nach Nordchina; ein großartiger Horizont, der auch das gesamte Staatsgebiet der heutigen Mongolei umfasste.

Eine besondere Lebensweise

Der chinesische Historiker Sima Qian beschrieb im ersten Jahrhundert v. Chr. die Lebensweise der Xiongnu so: „Sie züchteten eine große Anzahl an Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen, seltener Kamele, Esel, Maultiere, Packesel, Zuchthengste der besten Rassen, sowie kleinere Pferde.“ Eine Schlüsselfunktion nimmt unter diesen Tieren das Pferd ein: es ist notwendig für die Umsiedlung, im Krieg und dient als Zahlungsmittel. Sima Qian zeigt auch, wie die Tiere gehalten wurden, indem er den saisonbedingten Weidewechsel beschreibt. Die Tierhaltung bildete die Grundlage der Nahrungsmittelversorgung und lieferte Leder und Wolle, die die Materialien für Kleidung und bereitstellten.

Rätselhafte Anfänge

Obwohl man sich schon ausführlich mit dieser Frage befasst hat, lassen sich die Ursprünge der Xiongnu noch immer nicht fassen. Wenn sich auch Verbindungen mit vielen Kulturen zwischen dem achten und dritten Jahrhundert belegen lassen, besonders im Vergleich der Bestattungssitten, so ist bis heute doch noch nichts sicher.


Eine erlebnisreiche Geschichte

Dank der chinesischen Geschichtsschreiber ist ihr Eintritt in die Geschichte klarer. Ab dem 4. Jh. v. Chr. bedrängten sie nämlich wiederholt die Kleinstaaten Nordchinas. Um sich gegen diese Einfälle zu schützen, begannen die Chinesen, Mauern zu errichten. Nach der Vereinheitlichung im Jahr 221 v. Chr. setzte der erste Kaiser diese Bauten mit dem Bemühen, sie zu einem durchgehenden Stück zusammenzufügen, fort: die Geburt der Chinesischen Mauer... Aber diese reichte nicht aus, um die Grenzen zu schützen, und der erste Kaiser übertrug ihre Verteidigung General Meng Tian. Diesem gelang es 214, den Shanyü Touman, den obersten Anführer der Xiongnu, zu besiegen. Sein ältester Sohn trat die Nachfolge Toumans an und führte in seiner Regierungszeit, die bis 174 ging, die Xiongnu auf den Höhepunkt ihrer Macht: er verstärkte die Autorität des Clanchefs über die Familie und organisierte die Armee mit eiserner Disziplin neu. Sein Sohn Laoshang wurde schließlich sein Nachfolger. Dieser bemühte sich, die verschiedenen Gruppierungen zu einem starken Staat zu vereinen und zwang die Han, diesen als vollwertige Macht anzuerkennen. Im Jahr 152 öffnete der Kaiser Xindi die Märkte in den Grenzgebieten, um den Bedarf der Xiongnu an landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten abzudecken und auf diese Weise die ständigen Überfälle zu verhindern. Mit dem Kaiser Wudi wendete sich das Blatt zum Vorteil der Chinesen: zwischen 129 und 119 fügten die Armeen der Han den nomadischen Reiterkriegern ernsthafte Rückschläge zu. Zusätzlich unterwarfen die Han im Jahr 109 den Staat Loulan und dann im Jahr 101 den der Ferghana, wodurch sie die Xiongnu von deren wichtigen Versorgungsquellen im Westen abschnitten.
Gegen Ende der Herrschaft Wudis, wendete sich das Schicksal erneut, diesmal zugunsten der Xiongnu. Im Jahr 90 schlugen sie die chinesische Armee und führten neue Überfälle in das Gebiet der Han durch, auf die die Chinesen nur schwach reagierten. Dennoch unterminierten innere Streitigkeiten im Zentrum der Macht die Kräfte der Xiongnu und im Laufe des 1. Jh. v. Chr. verschlechterte sich ihre Situation stetig. Im Jahr 80 wechselten ihre Verbündeten, die Wusun, auf die Seite der Chinesen und im Jahr 72 rebellierten die Dingling und die Wuhuan. Im Jahr 62 erlitten sie eine weitere Niederlage gegen die chinesischen Armeen. Infolge von Streitigkeiten um die Thronfolge spalteten sich die Xiongnu im Jahr 57 schließlich in zwei Gruppen. Die erste wurde von Zhizhi regiert, der die Bevölkerung des Nordens um sich versammelte, die zweite von seinem älteren Bruder Huhanye, der den Süden kontrollierte. Huhanye unterwarf sich im Jahr 53 den Han und ihrem Schutz. Er wurde 51 v. Chr. mit großem Prunk in Chang’an, der Hauptstadt der Han, empfangen und wurde ein Vasall des Kaisers. Der Zhizhi-Clan wanderte nach Westen. Sein Anführer wurde ermordet und ab dem Jahr 48 besetzte Huhanye den Norden der Mongolei. Noch deutlicher wird der Prozess der Sinisierung als Huhanye eine chinesische Prinzessin heiratet. Im Laufe des 1. Jh. n. Chr. verschlechterten sich die Beziehungen mit den Chinesen, während gleichzeitig die Auflösung des Xiongnu-Staates deutlich wurde. Im Jahr 89 fügten die westlichen Han den Xiongnu im Norden der Wüste Gobi eine eklatante Niederlage zu, und im Jahr 151 schließlich wurden die nördlichen Xiongnu von einem anderen nomadischen Stamm, den Xianbei, vernichtet. Was die südlichen Xiongnu betrifft, diese ließen sich am Übergang des 2. zum 3. Jh. in der Provinz Shaanxi nieder und gründeten kurzlebige Dynastien, wobei unter ihren Herrschern einige waren, die erklärten, direkte Nachkommen Maoduns zu sein.
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